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Sexualstrafrecht im Gesundheitswesen

Vorwürfe sorgfältig prüfen. Persönliche Verteidigung und institutionelle Verantwortung klar voneinander trennen.

Für beschuldigte Ärzte: erst die Lage klären

VORWURF · VERFAHRENSSTAND · EIGENE INTERESSEN

Ein Vorwurf kann zugleich Strafverfahren, interne Untersuchung und berufliche Fragen betreffen. Zunächst wird geklärt, was konkret behauptet wird, wer bereits befragt wurde und welche Unterlagen vorliegen.

Als Beschuldigter dürfen Sie zur Sache schweigen und einen Verteidiger befragen. Eine interne Anhörung hat einen anderen Rahmen als eine staatliche Vernehmung; ihre möglichen Folgen werden gesondert geprüft.

Vermeiden Sie Kontakt zur Einflussnahme auf Beteiligte oder gemeinsame Erinnerungsabsprachen. Dokumente und Nachrichten bleiben unverändert erhalten. Für den Erstkontakt genügen Verfahrensstand, Termine und behördliche Schreiben.

§ 136 StPO: Beschuldigtenrechte →

Behandlungskontext präzise rekonstruieren

INDIKATION · ABLAUF · AUFKLÄRUNG · DOKUMENTATION

Bei Vorwürfen im Behandlungsverhältnis müssen beanstandete Handlung, medizinischer Anlass und tatsächlicher Untersuchungsablauf genau unterschieden werden. Intimität einer Untersuchung beantwortet die strafrechtliche Frage nicht allein.

§ 174c StGB betrifft unter seinen Voraussetzungen den Missbrauch eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses. Ob die Voraussetzungen erfüllt sind, ist am konkreten Fall zu prüfen.

Relevant können Aufklärung, Patientenakte, Termin- und Dienstpläne, anwesende Personen sowie zeitnahe Nachrichten sein. Die gesamte Beweissituation wird betrachtet, ohne aus einzelnen Angaben ein Ergebnis vorwegzunehmen.

§ 174c StGB: Behandlungs- und Betreuungsverhältnisse →

Für Kliniken: Schutz und Aufklärung ordnen

MELDEWEGE · ZUSTÄNDIGKEITEN · DOKUMENTATION

Eine Meldung erfordert ein geordnetes Vorgehen: unmittelbaren Schutzbedarf prüfen, zuständige Personen benennen und den Eingang sowie weitere Schritte nachvollziehbar dokumentieren.

Gespräche werden sachlich geführt; Wahrnehmungen, Schlussfolgerungen und offene Fragen bleiben getrennt. Zugriffe auf sensible Informationen sind auf den erforderlichen Personenkreis zu begrenzen.

Arbeitsrechtliche Maßnahmen, interne Aufklärung und ein mögliches Strafverfahren werden aufeinander abgestimmt. Die anwaltliche Vertretung der Einrichtung umfasst nicht automatisch die persönliche Verteidigung eines Beschäftigten.

§ 12 AGG: Pflichten des Arbeitgebers →

Eine tragfähige Vorbereitung schafft Klarheit

CHRONOLOGIE · QUELLEN · BERUFLICHE FOLGEN

Für Beschuldigte hilft eine eigene, als solche gekennzeichnete Chronologie. Trennen Sie sichere Erinnerung, dokumentierte Information und Unsicherheit. Vorhandene Nachrichten sollten im Zusammenhang erhalten bleiben.

Für Einrichtungen stehen zunächst Meldeweg, Zuständigkeit, bisherige Maßnahmen und die Art der vorhandenen Belege im Vordergrund. Besonders sensible Einzelheiten werden erst über einen abgestimmten Übermittlungsweg ausgetauscht.

Im Gespräch werden Auftrag, Interessenlage und nächste Schritte festgelegt. Approbation, Berufsrecht und Beschäftigung werden berücksichtigt, soweit der Sachverhalt solche Fragen aufwirft.

Ihr Ansprechpartner: Matthias Klein

FACHANWALT FÜR MEDIZINRECHT UND FÜR STRAFRECHT

Ich bin Matthias Klein, Fachanwalt für Strafrecht und Fachanwalt für Medizinrecht. Ich verteidige Ärzte und medizinische Führungskräfte bei sexualstrafrechtlichen Vorwürfen und berate Einrichtungen zu geordneten Abläufen im Verdachtsfall.

Persönliche und institutionelle Mandate werden vor einer Übernahme auf Interessenkonflikte geprüft. Maßstab sind eine belastbare Tatsachengrundlage und die Interessen des jeweiligen Mandanten.

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