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Kinderporno-Plattform "Boystown" Ermittlungen gegen Nutzer starten

Ermittler legen Kinderporno-Plattform „Boystown“ im Darknet lahm. Was tun, wenn Sie befürchten, dass Ihre Daten dort gespeichert sind?


Bei einem internationalen Polizeieinsatz unter Federführung des #Bundeskriminalamtes (BKA) ist eine der weltweit größten Plattformen für die Verbreitung von kinderpornografischem Material gesprengt worden. 400000 Nutzer soll diese Plattform gehabt haben, die den Namen „Boystown“ getragen haben soll.


Wie wird eine Plattform im #Darknet gesprengt?


#Ermittlungen finden immer im Dunkeln statt. Ohne dass Betroffene davon erfahren. Es werden verdeckte Ermittler eingesetzt, zuweilen geben diese sich auch als Nutzer aus, um Zugang zu dem verbotenen Material zu erlangen und die Funktionsweise zu begreifen. Genaueres weiß man aber noch nicht. Von „Sprengen“ spricht man, wenn Wohnungen und Büros an verschiedenen Orten gleichzeitig durchsucht werden. Dann werden Speichermedien sichergestellt und der Server der Plattform abgeschaltet und beschlagnahmt.


Warum gehen die Ermittlungen jetzt erst richtig los?


Das beschlagnahmte Material soll jetzt durch Experten von #Europol in Einsatzgruppen auswerten, um Opfer zu identifizieren. Und die Ermittlungen werden gegen Nutzer der Plattform ausgeweitet.


Müssen betroffene Nutzer der Plattform befürchten, dass sie enttarnt werden?


Ein klares ja. Trotz der „Sicherheitshinweise“, welche den Nutzern der Plattform im Darknet mitgeliefert worden sein soll, sind Ermittler dank hochspezialisierter Software in der Lage, den Weg zu den Nutzern der illegalen Plattform nachverfolgen. Allerdings muss dies nach rechtsstaatlichen Grundsätzen erfolgen. Werden Beweise rechtswidrig gewonnen, sind diese nicht verwertbar.


Wann und wie erfahren Nutzer, dass gegen sie ermittelt wird?


Betroffene erfahren von den gegen sie laufenden Ermittlungen erst, wenn die #Polizei am frühen Morgen mit einem #Durchsuchungsbeschluss vor ihrer Tür steht. Dann wird auch Ihre Wohnung durchsucht und es werden Beweismittel beschlagnahmt, insbesondere Handy, Smartphones, Tablets und sonstige Computer. Auch diese werden dann ausgewertet und mit den sichergestellten #Daten der gesprengten Plattform abgeglichen. Je nach Verdachtsgrad und Schwere der bereits vorliegenden Beweise werden weitere Festnahmen erfolgen, welche meist im Zusammenhang mit der #Durchsuchungsaktion vollzogen werden.



Was sind die wichtigsten Grundregeln bei Polizeikontakt?


Ganz klar: Keine Aussage machen. Nichts abwiegeln, nichts zugeben, keine Passwörter oder Sperrcodes herausgeben. Sie haben das Recht zu schweigen. Alles, was Sie jetzt sagen, kann und wird gegen sie verwendet werden. Sie brauchen jetzt einen guten #Strafverteidiger, der prüft, welche Beweise gegen Sie vorliegen und ob diese rechtmäßig gewonnen worden sind. Oft sind auch Durchsuchungsbeschlüsse fehlerhaft. Denken Sie immer daran: Die Ermittler haben einen erheblichen Wissensvorsprung. Sie können niemals wissen, was die Ermittler zu wissen glauben. Erst aus der Ermittlungsakte, die Ihr Verteidiger für Sie anfordert, erfahren Sie alle Einzelheiten.