• KLEIN.

Verteidigen ist Handarbeit.

Wer in den Fokus von Polizei oder Staatsanwaltschaft gerät, braucht einen erfahrenen und versierten Strafverteidiger. Nicht alle Anwälte sind aber auch als Verteidiger ausgebildet. Es ist nicht überall Strafverteidigung drin, wo Strafrecht draufsteht. Wenn ein Fachanwalt für Familienrecht auf seiner Website den Interessenschwerpunkt Strafrecht angibt, sollte man jedenfalls sehr vorsichtig sein. Weise gewählt werden sollte daher, von wem man sich verteidigen lässt.


Matthias Klein ist Rechtsanwalt und Strafverteidiger. Er ist Fachanwalt für Strafrecht. Verteidigen, so Klein, ist nichts, das wirklich gelernt werden kann.


Verteidigen ist eine Kunst. Sie erfordert neben Fachwissen vor allem Empathie und Intuition.

In Großkanzleien galt Strafrecht zu der Zeit, als Klein seine Entscheidung traf, sich hierauf zu spezialisieren, als verpönt. Es wurde als „unfein“ angesehen. Selbst in Bereichen des komplexen Wirtschaftsstrafrechts doktorte lieber der “Hausanwalt” des Unternehmens an einem Strafrechtsfall herum, weil – so war damals die Ansicht – bestimmt ein Irrtum vorlag, den man jetzt dem unwissenden Staatsanwalt einmal erklären musste. Hintergrund war natürlich auch, dass man den Mandanten im eigenen Haus behalten wollte. Für Strafrecht jedenfalls – so dachte man – brauch man nur bei Drogendelikte oder in Mordfällen jemand, der das schon mal gemacht hat.


Diese Zeit ist lange vorbei. Wirtschaftsstrafrecht hat Hochkonjunktur, es ist eine Wachstumsbranche. Großkanzleien versuchen heute mit allen Mitteln, eigene Strafrechtsabteilungen aus dem Boden zu stampfen. Auch Klein hat solche Angebote erhalten. Er hat alle abgelehnt. Großkanzlei und Strafrecht, das passt für ihn wie die Faust aufs Auge.


Klein ist gerne und bewusst Einzelkämpfer. Er ist einer der Anwälte, die sich als Strafverteidiger bundesweit einen Namen gemacht haben.

Klein hat Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg studiert, die gerade wieder als Exzellenzuniversität ausgezeichnet wurde. Neben dem Studium hat er als Rettungssanitäter gearbeitet und Nachtschichten im Rettungswagen gefahren. Eine Erfahrung, die ihn bis heute prägt und die gar nicht so verschieden ist von seinem heutigen Beruf:


Auch Strafverteidiger helfen Menschen in Extremsituationen und müssen in der Lage sein, in Sekundenschnelle die richtigen Entscheidungen treffen. Kein Fall ist wie der andere.

Doch anfangs sah es ganz anders aus. Klein heuerte zunächst in einer international tätigen Wirtschaftskanzlei an. Dort begann er zunächst in einem Referat, das auf die Regulierung von großen Medizinschäden für Berufshaftpflichtversicherer von Ärzten und Kliniken spezialisiert war. Hier lernte er das Handwerkszeug eines Prozessanwalts aus dem FF zu beherrschen. Schon nach kurzer Zeit durfte in Haftungsprozessen bundesweit auftreten. Das selbstsichere Auftreten vor Gericht und auch das Agieren vor laufenden Kameras vor dem Gerichtssaal lag Klein, was von seinen Mandanten weiter getragen wurde. Sie fühlten sich von ihm auch in schlechten prozessualen Ausgangspositionen bestens verteidigt.


Über das Arzthaftungsrecht näherte er sich wieder dem Strafrecht erst langsam und dann mit großen Schritten an. Die Entscheidung, erst auf die Strafverteidigung umzusatteln, als man sich schon einen Namen in einem weiteren Rechtsgebiet gemacht hat, ist ungewöhnlich und erregte Aufsehen. Als er sich zum Fachanwalt für Strafrecht ausbilden lassen und ein eigenes Referat aufbauen wollte, kam es zum Schwur: Bleiben oder gehen? Kurzerhand entschied sich Klein für den Sprung in die Freiheit, der zugleich ein Sprung war ins Meer, wo es am wildesten tobt:


Die eigene Kanzlei. Diesen Weg gegangen und den Absprung gewagt zu haben, ist für ihn bis heute die besten beruflichen Entscheidung.

Lesen Sie hier das vollständige Interview.


© KLEIN. 2020